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Rolf Benz wieder in deutscher Hand: Investoren übernehmen Polstermöbelhersteller

Nach acht Jahren unter chinesischer Führung kehrt der Polstermöbelhersteller Rolf Benz in deutsche Eigentümerschaft zurück. Ein Investorenkonsortium übernimmt das Unternehmen vom bisherigen Eigentümer KUKA Investment and Management. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Traditionshersteller mit Sitz in Nagold im Nordschwarzwald war 2018 an chinesische Investoren verkauft worden. Nun betonen die neuen Eigentümer ausdrücklich ihr Bekenntnis zum Standort Deutschland, zur Marke und zu den Beschäftigten. Die Produktion soll weiterhin im Nordschwarzwald erfolgen.

Produktion und Arbeitsplätze sollen gesichert bleiben

Rolf Benz beschäftigt nach aktuellen Angaben rund 480 Mitarbeitende. Etwa 230 von ihnen arbeiten im Produktionswerk im Mötzingen im Kreis Böblingen. Dort sollen die Luxus-Polstermöbel auch künftig gefertigt werden.

An die Spitze des Aufsichtsrates rückt Frank Niehage, Sprecher des Investorenkonsortiums und ehemaliger Vorstandschef des Onlinebrokers FlatexDegiro. Niehage kündigte bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages an, die Marke durch gezielte Investitionen, stärkere Fokussierung und möglicherweise strategische Expansion weiterzuentwickeln. Ziel sei es, Perspektive und Vertrauen für die Belegschaft zu schaffen.

Die bisherigen Geschäftsführer Jürgen Mauß und Jens Hoffmann bleiben im Unternehmen und sollen ebenfalls Anteile erhalten. Mauß soll weiterhin die operative Führung verantworten.

Traditionsmarke mit internationaler Strahlkraft

Das Unternehmen wurde 1964 von Rolf Benz gegründet, der im Januar 2025 im Alter von 91 Jahren verstarb. Benz, gelernter Polsterer, gilt als Wegbereiter moderner, modular kombinierbarer Wohnlandschaften und prägte das Segment hochwertiger Polstermöbel in Deutschland maßgeblich.

Bekannt wurde die Marke auch einem breiten Publikum durch ihre Präsenz in Fernsehsendungen wie Wetten, dass..?, wo die ikonische Couch jahrelang Teil des Bühnenbildes war.

Wirtschaftliche Ausgangslage

Nach zuletzt verfügbaren Zahlen erzielte Rolf Benz im Jahr 2021 einen Umsatz von rund 75 Millionen Euro. Der ausgewiesene Konzernbilanzgewinn lag bei etwa 124.000 Euro. Die Branche hochwertiger Möbel steht seit einigen Jahren unter Druck – steigende Energie- und Materialkosten sowie eine schwächere Konsumlaune belasten viele Hersteller.

Mit dem Eigentümerwechsel verbindet sich nun die Hoffnung auf neue Impulse. Konkrete Details zur strategischen Ausrichtung oder zu Investitionsvolumina wurden bislang nicht genannt. Die Transaktion soll im März formell vollzogen werden.

Damit steht eine der bekanntesten deutschen Möbelmarken wieder vollständig unter deutscher Kontrolle – mit dem erklärten Ziel, Produktion, Arbeitsplätze und Markenprofil im Schwarzwald langfristig zu sichern.

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