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Smart Home: Was lässt sich im Zuhause alles automatisieren? Und wie fängt man an?

Das Licht geht an, bevor man den Schalter sucht, die Heizung wird heruntergeregelt, sobald das Fenster geöffnet wird, und die Rollläden schließen sich am Abend von selbst. Ein Smart Home muss dabei nicht bedeuten, dass plötzlich jedes Gerät im Haushalt vernetzt ist. Schon mit wenigen Komponenten lassen sich Abläufe automatisieren, die im Alltag immer wieder vorkommen.

Der entscheidende Unterschied liegt zwischen Fernbedienung und Automatisierung. Eine smarte Lampe, die man mit dem Smartphone einschaltet, ist zunächst nur eine vernetzte Lampe. Interessanter wird es, wenn das Licht automatisch angeht, sobald ein Bewegungsmelder jemanden im Flur erkennt, oder wenn es sich zu einer bestimmten Uhrzeit ausschaltet. Das Smart Home nimmt dem Bewohner dann tatsächlich Entscheidungen und Handgriffe ab.

Heizung, Licht und Rollläden sind gute Kandidaten

Besonders naheliegend ist die Heizungssteuerung. Smarte Thermostate können nach Zeitplänen arbeiten und die Temperatur beispielsweise nachts oder während der Abwesenheit absenken. Mit Fensterkontakten lässt sich zusätzlich eine Regel einrichten, bei der das Thermostat die Heizleistung reduziert, sobald ein Fenster geöffnet wird. Manche Systeme berücksichtigen auch Anwesenheit oder lassen sich von unterwegs steuern.

Auch die Beleuchtung bietet viele Möglichkeiten. Lampen können zu bestimmten Zeiten eingeschaltet oder gedimmt werden, Bewegungsmelder können nachts für Orientierungslicht sorgen. Wer morgens zu einer bestimmten Uhrzeit aufsteht, kann beispielsweise ein Licht langsam heller werden lassen, anstatt sofort die volle Helligkeit einzuschalten.

Rollläden und Jalousien lassen sich ebenfalls automatisieren. Sie können morgens hochfahren und abends wieder schließen oder auf die Tageszeit und den Sonnenstand reagieren. Im Sommer kann eine entsprechende Steuerung außerdem dafür sorgen, dass die Rollläden bei starker Sonneneinstrahlung geschlossen werden und sich die Räume weniger aufheizen.

Auch Sicherheit lässt sich automatisieren

Tür- und Fensterkontakte, Bewegungsmelder, Rauchmelder, Kameras und smarte Türklingeln können Informationen liefern, wenn sich zu Hause etwas verändert. Ein Fenster kann beispielsweise melden, dass es noch offensteht, wenn man das Haus verlassen möchte. Eine smarte Türklingel kann eine Benachrichtigung aufs Smartphone schicken, wenn jemand klingelt.

Dabei sollte man zwischen einer technischen Möglichkeit und einer sinnvollen Automatisierung unterscheiden. Nicht jede Benachrichtigung ist hilfreich. Wenn das Smartphone bei jeder noch so kleinen Bewegung eine Meldung schickt, wird die Funktion schnell ignoriert. Ein gutes Smart Home zeichnet sich deshalb nicht dadurch aus, dass es möglichst viele Meldungen erzeugt, sondern dadurch, dass es im richtigen Moment die richtige Information liefert.

Haushaltsgeräte können ebenfalls Teil des Systems werden

Auch Steckdosen lassen sich automatisieren. Damit kann beispielsweise eine Stehlampe zu einer bestimmten Zeit eingeschaltet werden oder ein Gerät zu festgelegten Zeiten vom Strom getrennt werden. Bei leistungsstarken Geräten wie Heizlüftern oder anderen Verbrauchern sollte allerdings genau geprüft werden, ob die verwendete smarte Steckdose für die elektrische Last geeignet ist.

Moderne Haushaltsgeräte bieten teilweise eigene Smart-Home-Funktionen. Waschmaschine, Geschirrspüler, Backofen oder Saugroboter können sich per App überwachen oder steuern lassen. Besonders sinnvoll sind Funktionen, die eine Information liefern, ohne dass man ständig nachsehen muss – etwa eine Meldung, dass die Waschmaschine fertig ist.

Der Einstieg muss nicht teuer und kompliziert sein

Wer bisher kein Smart Home besitzt, sollte nicht gleich die gesamte Wohnung ausstatten. Sinnvoller ist es, zunächst einen einzigen wiederkehrenden Ärger im Alltag zu suchen. Wer regelmäßig vergisst, die Heizung herunterzudrehen, könnte mit einem smarten Thermostat beginnen. Wer morgens und abends ständig durch die Wohnung läuft, um Lampen und Rollläden zu bedienen, findet dort möglicherweise den größeren Nutzen.

Für Einsteiger sind Geräte sinnvoll, deren Grundfunktion auch ohne komplizierte Automatisierung funktioniert. Ein smartes Thermostat sollte also weiterhin als Thermostat nutzbar sein, eine Lampe sollte sich auch normal einschalten lassen. So bleibt das Zuhause funktionsfähig, selbst wenn WLAN, App oder Smart-Home-Zentrale einmal nicht erreichbar sind.

Erst überlegen, dann kaufen

Eine der wichtigsten Entscheidungen fällt deshalb bereits vor dem ersten Kauf: Welche Smart-Home-Plattform soll die Geräte miteinander verbinden? Je nach persönlicher Ausstattung kommen beispielsweise Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa infrage. Daneben gibt es herstellereigene Systeme und offene Standards wie Matter, die Geräte unterschiedlicher Hersteller besser zusammenbringen sollen.

Gerade für Einsteiger lohnt es sich, auf solche Standards zu achten. Denn ein Smart Home wächst häufig langsam. Aus einem Thermostat können später Bewegungsmelder, Lampen, Rollläden oder Türkontakte werden. Wer von Anfang an auf Geräte setzt, die mit dem eigenen System und möglichst auch mit verbreiteten Standards kompatibel sind, hält sich mehr Möglichkeiten offen.

Dabei muss nicht jedes Gerät vom selben Hersteller stammen. Ein Türsensor von Hersteller A kann beispielsweise einen Befehl an ein Thermostat von Hersteller B auslösen, sofern beide über die gewählte Plattform miteinander kommunizieren können. Vor dem Kauf sollte man deshalb nicht nur auf die Bezeichnung „Smart Home“ achten, sondern auf die konkrete Kompatibilität.

Die besten Automatisierungen sind die unscheinbaren

Besonders nützlich sind am Ende oft nicht die spektakulären Szenarien, sondern die kleinen Abläufe, über die man nach einiger Zeit gar nicht mehr nachdenkt. Das Licht im Flur geht nachts nur bei Bewegung an. Die Heizung wird beim Lüften heruntergeregelt. Die Rollläden schließen am Abend. Beim Verlassen des Hauses werden bestimmte Lichter ausgeschaltet.

Genau dort liegt auch der beste Einstieg. Man muss das Zuhause nicht auf einmal „smart“ machen. Ein einzelnes Problem, das regelmäßig auftritt, reicht aus. Wenn die erste Automatisierung zuverlässig funktioniert und tatsächlich einen Handgriff erspart, kann das System Schritt für Schritt wachsen. Dann wird aus einer Sammlung vernetzter Geräte langsam das, was ein Smart Home eigentlich leisten soll: nicht mehr Technik im Haus, sondern weniger Arbeit damit.

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