Das Savoir-vivre der Franzosen zeigt sich nicht nur auf dem Teller, sondern auch in ihren Wohnräumen. Besonders der Landhausstil aus Südfrankreich übt seit Jahren eine große Anziehungskraft aus. Wer das Gefühl eines Sommermorgens in der Provence in die eigene Wohnung holen möchte, braucht nicht viel – aber ein gutes Gespür für Farben, Materialien und Atmosphäre.
Der französische Landhausstil lebt von der Kombination aus rustikaler Einfachheit und mediterraner Eleganz. Die Wände tragen oft helle Töne wie Kreideweiß, Sand oder blasses Gelb. Dazu kommen Akzente in Lavendel, Ocker oder Salbeigrün – Farben, die direkt an die Landschaften Südfrankreichs erinnern. Naturmaterialien wie unbehandeltes Holz, Tonfliesen und Leinenstoffe prägen den Charakter der Einrichtung. Wichtig ist dabei die Leichtigkeit: Möbel und Dekoration dürfen alt wirken, aber niemals schwer.
Möbel mit Geschichte
Im Zentrum stehen oft massive Holzmöbel im Vintage-Look. Ob kredenzartige Anrichten, gebogene Stühle oder verwitterte Konsolentische – alles sieht aus, als hätte es eine Geschichte. Dabei müssen die Stücke nicht alt sein, sondern dürfen ruhig modern gefertigt sein, solange sie Patina oder handwerkliche Details aufweisen. Typisch sind auch Metallrahmen in Schwarz oder Weiß, die an französische Gartentische erinnern. Wer passende Stücke sucht, wird auf Flohmärkten, bei Antiquitätenhändlern oder im Fachhandel für Landhausmöbel fündig.
Textilien mit Charme
Leinen, Baumwolle und Wolle sind die bevorzugten Materialien für Kissen, Vorhänge und Überwürfe. Sie bringen Struktur in den Raum, ohne zu beschweren. Besonders beliebt sind florale Muster, feine Karos oder Streifen in gedeckten Farben. Tischdecken mit Provence-Motiven – etwa Olivenzweige, Zitrusfrüchte oder Lavendelsträuße – setzen charmante Akzente. Auch bestickte Kissen mit französischen Schriftzügen sind häufige Details.
Dekoration mit Bedacht
Typisch für das südfranzösische Ambiente ist eine reduzierte, aber stimmige Dekoration. Auf offenen Regalen oder Anrichten stehen alte Keramikkrüge, Drahtkörbe mit frischen Kräutern oder Gläser mit getrocknetem Lavendel. Schmiedeeiserne Spiegel, Wandhaken und kleine Laternen erinnern an traditionelle Häuser in Avignon oder Aix-en-Provence. Auch ein Boule-Spiel oder eine alte Waage aus Emaille kann als liebevolles Dekoelement dienen.
Küche und Bad im Provence-Stil
Wer Küche und Bad im Stil der Provence einrichtet, setzt auf schlichte Fliesen, am besten in cremefarbenen oder warmen Terrakottatönen. In der Küche sorgen offene Regalbretter, eine nostalgische Spüle mit hohem Wasserhahn und ein frei stehender Herd für das passende Ambiente. Kupferne Töpfe oder Emaille-Gefäße unterstreichen den rustikalen Eindruck. Im Bad ergänzen freistehende Wannen, klassische Armaturen und Naturstein-Oberflächen das französische Wohngefühl.
Duft und Atmosphäre
Der unverwechselbare Duft von Lavendel ist eng mit dem Lebensgefühl der Provence verbunden. Duftsäckchen, ätherische Öle oder handgemachte Seifen verbreiten mediterranes Flair und runden das Einrichtungskonzept ab. Kerzen mit Rosmarin- oder Zitronenduft, das leise Knistern eines kleinen Tischkamins oder leise französische Musik schaffen die passende Atmosphäre – auch an grauen Tagen.
Authentisch statt künstlich
Der Landhausstil der Provence lebt von Authentizität, nicht von Inszenierung. Wer ihn in die eigene Wohnung bringen möchte, sollte sich Zeit nehmen, gute Einzelstücke suchen und auf stimmige Details achten. Statt einer kompletten Umgestaltung genügt oft schon ein neu gedeckter Tisch mit passenden Textilien und Accessoires. So zieht ein Stück französisches Lebensgefühl ins eigene Zuhause ein – ganz ohne Klischees.